Frühförderung interdisziplinär

Zeitschrift für Frühe Hilfen und frühe Förderung benachteiligter, entwicklungsauffälliger und behinderter Kinder

Herausgeber: Speck, Otto / Hollmann, Helmut / Peterander, Franz / Simoni, Heidi / Walthes, Renate

1. Auflage Heft 4, 2006.

€ [D] 28,00 / € [A] 28,00

Barbara Ohrt:
Motorisches Lernen und seine Beziehung zu weiteren Dimensionen der kindlichen Entwicklung
Motor Learning and its Relation to other Dimensions of Child Development

2006, 145-158

Ergebnisse jüngerer neurobiologischer Forschung lassen den Prozess der kindlichen Entwicklung in seiner systemischen Natur zunehmend verstehen. Für das Konzept der frühen Unterstützung eines Kindes in seiner erschwerten Entwicklung ist dieses Wissen von hohem Wert. Am Beispiel des motorischen Lernens ist die erfahrungsgesteuerte Ausbildung der neuronalen Strukturen für kognitive Prozesse – willentlich induzierte Bewegung ist ein kognitiver Prozess – der Anschaulichkeit wegen am leichtesten zu verstehen. Eindrucksvoll ist, wie viel Aufschluss die wissende Beobachtung von Kindern in ihrem Verhalten, besonders auch ihrem Spiel über den Prozess der kognitiven Entwicklung generell und über die Ressourcen und Schwierigkeiten eines individuellen Kindes als Basis für eine wirksame Arbeit mit ihm in der Frühförderung geben kann. Die schon erreichte Weiterentwicklung der Frühförderung und besonders die Nutzung der Komponenten der ICF für Diagnostik und Zielsetzung einer therapeutischen Interaktion wird durch das aktuell verfügbare Wissen über die kindliche Entwicklung und ihre Bedingungen in ihrem Wert bestätigt.

Summary: Results of neurobiological research in recent years have increased understanding in the process of child development in its systemic nature. This knowledge is highly beneficial for the concept of early intervention in case of developmental problems in a child. Motor learning is used in this paper as one example of the experientially induced formation of the cortical neuronal network for cognitive processes – a self intended movement is a cognitive process. It is impressive to see how much understanding a knowledgeable observation of children in their behaviour, especially there spontaneous play can give about the process of cognitive development in general as well as about resources and difficulties of an individual child as a basis for effective early intervention. The advancements of early intervention already to date and especially the use of the ICF for the diagnostic procedure and in the formulation of goals for the interaction with an individual child are best in line with the described theoretical knowledge.

Keywords: Motor learning, development, neuobiology, ICF, early intervention

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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